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Suspendierung First Responder Alarmierung

Liebe First Responder

 

Wir verstehen den Ärger darüber, dass momentan keine Alarme ausgelöst werden.

 

In einer gewissen Art ehrt es uns sogar, dass diese Massnahme derart heftige Reaktionen auslöst. Es zeigt, dass man nicht mehr auf das System verzichten möchte. Die First Responder sind ein nicht mehr wegzudenkendes und wichtiges Glied in der Rettungskette.

 

Jeder Einzelne der 2‘500 First Responder ist uns wichtig. Jede Einzelne der 2‘500 First Responder hat ein Recht darauf, dass wir die Verantwortung mittragen, wenn sie auf Einsatz gehen. Dafür haben wir Versicherungen abgeschlossen. Dafür geben wir Schutzmaterial ab (Leuchtweste, Handschuhe).

  

Die Situation, die wir aber jetzt haben, lässt sich nicht duch Schutzausrüstung und Versicherungen kontrollieren. Auch der Einsatzdisponent der Sanitätsnotrufzentrale 144 kann nicht abschätzen, ob beim Einsatz vor Ort Corona im Spiel ist. Die Situation, dass ein Patient mit Corona unter starker Atemnot und Thoraxschmerzen leidet oder bewusstlos ist, wird nicht nur möglicherweise eintreffen. Sie ist schon eingetroffen!

 

Wenn bei solchen Einsätzen First Responder vor Ort sind und auch nur die Möglichkeit besteht, dass Corona-Viren verschleppt werden könnten, muss die Person in Quarantäne. Sie kann nicht mehr nach Hause, nicht mehr zurück an den Arbeitsplatz!

 

Wir haben Kindergärtnerinnen, Polizisten, Buschauffeure, Pflegefachfrauen, Rechtsanwälte, Ärzte, Pöstler, Geschäftsführerinnen, Lehrer, Köche, Lokführer, Banker, DetailhandelsspezialistInnen, und und und. Eure Familien, Angehörigen, Kinder, aber auch eure Arbeitgeber brauchen Euch genauso, wie der Patient, der den First Responder braucht.

 

Aber wir als Verantwortliche des Vereins firstresponder.be können die Verantwortung nicht übernehmen, wenn ein First Responder vom Einsatzort nicht mehr nach Hause oder an den Arbeitsplatz zurückkehren darf. Wir können weder einen Arbeitsausfall finanziell ausgleichen, noch können wir traurige Kinder trösten, wenn die Mutter oder der Vater mehrere Wochen unter Quarantäne sind. Und was wir auf keinen Fall können ist, die Verantwortung tragen, wenn sich ein First Responder bei einem Einsatz unbemerkt mit dem Corona Virus infiziert und Zuhause beispielsweise seine Grosseltern damit ansteckt.

 

Liebe First Responder, sobald sich die Situation beruhigt und die Massnahmen von Bund und Kanton eingestellt werden, sind auch die First Responder in alter Frische und mit voller Motivation wieder am Start. Wir beurteilen die Lage jeden Tag aufs Neue und stehen in engem Kontakt mit dem BAG, dem Interverband für Rettungswesen und den anderen Kantonen. Ihr könnt euch sicher sein, dass es auch für uns die höchste Priorität hat die Alarmierungen sobald wie möglich wieder aufzuschalten.

 

Uns ist allen bewusst, dass First Responder den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen können. First Responder tragen aber auch Verantwortung. Wir bitten um Verständnis für die aktuellen Massnahmen; helft mit, diese schwierige Zeit durchzustehen und wenn das überstanden ist, werden wir gestärkt weiter Leben retten.

 

In der Zwischenzeit bleiben wir nicht untätig und es warten tolle Updates bei der First Responder App. Mehr dazu in Kürze!

 

Für Fragen wendet Euch an die extra dafür eingerichtete E-Mail Adresse corona@firstresponder.be Wir versuchen rasch möglichst darauf zu antworten. Vergesst bitte nicht: wir alle sind hochprozentig im Rettungsdienst tätig und engagieren uns in der einsatzfreien und in der Freizeit für die First Responder. Es kann also einen Moment dauern...

 

In einem Jahr werden wir alle schlauer sein und rückblickend sagen können, ob unsere Entscheidung angemessen war oder nicht.

 

Mit desinfizierten und virengeschützten Grüssen.

 

Im Namen des Vereins firstresponder.be

 

Beat Baumgartner, Präsident 

Patrick Schmid, Geschäftsführer

Stefan Gurtner, Leiter Steuerungsgruppe